Statusglück und Clownsappeal
Vom Schau- zum Clownspiel: Eine systematische Einführung in die Kunst der Statuskomik


Wir spielen, üben, präsentieren – durchqueren mit Herz, Körper und Verstand das Mysterium der Statuskomik und erobern sie als willkommenes Handwerkszeug für Schau- und Clownspiel. 

Dabei erproben wir uns in mannigfachen Rollen und erfahren, ob wir ein Hoch- oder Tiefstatusspieler sind oder ob gar beide Talente in uns schlummern.

 

Sodann können wir klassische Clown-Entrees – Weißclown, Clown und August – mit kecker Energie beleben und uns als Spieler und Zuschauer köstlich amüsieren. 

Es wird gelacht werden!

 

Und sonst? - Es ist Sommer. Dieter verrät, wo Hannovers Biergärten zu finden sind, und welche kulturellen Highlights in der Clownhauptstadt anstehen.

 

Bitte Bewegungskleidung, einen alten Koffer, zwei Kopfbedeckungen und Schuhe (mindestens zwei Nummern zu groß) mitbringen.

 

„Der Clownspieler muss sich gegenüber

dem Phänomen Status emanzipieren. Nicht der Status darf ihn

beherrschen, er muss ihn beherrschen.“

 

 .... Nun wenden wir uns dem nächsten Punkt unseres Clowneinmaleins zu, den ich „Statuskomik" getauft habe. Es geht um die Frage: Welcher Clown hat wenig, welcher mehr und welcher viel mehr zu bestimmen? Es geht um Herrschen, Beherrschtwerden und Unterwerfung, sowie die komischen Verwicklungen, die daraus entstehen. ....

 

.... Ich prophezeie euch, ab jetzt werdet ihr im Clownspiel nie mehr ohne Status auskommen. Ein paar Tipps. Spielt nicht verbissen. Amüsiert euch über das Statusgebaren eurer Figur. Vermeidet krampfhafte Rangeleien, in denen es keinen Raum für Leichtigkeit gibt. Und ganz wichtig: Der Status des Clowns ist nicht der Status des Spielers und umgekehrt. Je nach Spielsituation, Szene und Gruppe haben wir manchmal einen hohen und manchmal einen niedrigen Status. ....

 

...Status gibt es überall. Ob wir uns nun dessen bewusst sind oder nicht, wir neigen von Natur aus dazu, unsere Mitmenschen in eine Rangordnung zu bringen. ...

 

... Aus dem Abstand betrachtet ergibt das menschliche Statusverhalten ein tragikomisches Bild. Es scheint, als seien wir ein Leben lang auf der manchmal verzweifelten Jagd nach gesellschaftlichem Status, als seien wir geradezu süchtig nach gesellschaftlicher Anerkennung. ...

 

... Zur gelungenen clownesken Statusdarstellung gehört wieder das positive Fundament auf dem das Clownspiel stattfinden kann. Statuskämpfe können zwar böse, blutrünstig- und brutal in Szene gesetzt werden, wie wir es z.B. aus einem wunderbar mit Statuskämpfen prall gefüllten Stück wie Macbeth kennen. Die Zuschauer sind an solch bitteren, hasserfüllten Rangeleien, die bis zum Mord führen allezeit interessiert und wenn es gut inszeniert ist ebenso ergriffen davon. Im Clowntheater jedoch wollen wir uns über Statuskämpfe amüsieren. Wir Zuschauer sind dankbar, wenn die schwierigen Kapriolen, die das Statusverhalten in unserem Leben verursacht, auf einfache und unterhaltsame Weise illustriert und dargestellt werden. ....

 

 

Textauszüge aus Dieter Bartels „Das Clowntheater 1 x 1“ 

Impuls-Theater-Verlag/ Buschfunk Medien, Planegg 2010

 



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