Theaterförderung in den Niedersächsischen Landschaften


Am 04.12.07 trafen sich im Haus der Braunschweigischen Stiftungen bei der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK) Ulf-Ingo Hoppe als Vertreter der SBK, Mirca Preißler und Martin Slawig als Vorstände sowie Eckhard Mittelstädt als Geschäftsführer des LaFT zu Fragen, die die ›regionale Kulturförderung‹ betreffen.

Dass ein Teil der Landesmittel für Theater in Niedersachsen im Rahmen der regionalen Kulturförderung von 12 Landschaften und Landschaftsverbänden, der Region Hannover und der SBK vergeben werden, ist mittlerweile bekannt. Wir wollten wissen, wie sich die Verteilung auf die einzelnen Landschaften gestaltet und ob es seit diesen Änderungen in 2005 zu Mittelkürzungen und/oder Umschichtungen in andere Bereiche kam. Im Gespräch mit Herrn Hoppe konnten sämtliche Budgetierungen nachvollzogen werden: Im Jahr 2005 wurden bei der SBK für die Sparten Bildende Kunst, Theater, Musik, Literatur und Museen 69.000 Euro vergeben. Davon wurden 30.000 Euro für den Bereich Theater verwendet, was für die „starke Braunschweiger Theaterszene“ (so Ulf-Ingo Hoppe) ca. 50 % der zur Verfügung stehenden Mittel ausmachte und dennoch war der Gesamtetat sehr gering.

Im Jahr 2006 wurde die regionale Kulturförderung um die Sparten Soziokultur und Kunstschulen erweitert und die Landesmittel auf 144.500 Euro angehoben. Dazu kommen seitdem pro Jahr weitere durchschnittlich 25.000 Euro Eigenmittel der SBK. Von diesen knapp 170.000 Euro entfielen 48.000 Euro auf Theaterprojekte. 2007 wurden vier Theaterprojekte mit insgesamt 36.000 Euro gefördert, ein Antrag wurde abgelehnt.

Dass Braunschweig eine starke Theaterlandschaft hat, weiß Hoppe spätestens seit 2001, damals noch im Kulturdezernat der Bezirksregierung Braunschweig tätig. Gespräche, Kontakte und Beratung der Antragsteller waren ihm immer wichtig, auch in seiner Freizeit. Mit der geplanten Anhebung der Landesmittel für 2008 um weitere 68.600 Euro für die regionale Kulturförderung stehen je Sparte knapp 10.000 Euro mehr zur Verfügung, was für einen Zuschuss zu mindestens einer weiteren Theaterproduktion reichen sollte. Landesweit stehen mit dieser Erhöhung 2,5 Millionen Euro für die regionale Kulturförderung zur Verfügung, was dem Stand von 2002 entsprechen soll.

Wir fragten nach Antragsmodalitäten und erfuhren, dass die Anträge an keine Frist gebunden sind, aussichtsreicher sei aber die Einreichung zu Beginn des Jahres. Eine Förderung durch die SBK kann dabei aus den Regionalmitteln oder aus Erträgen ihres Teilvermögens Kloster- und Studienfonds erfolgen. Für beide gilt, dass Projekte nur bis zu einer Höhe von max. 50 % der Gesamtausgaben bezuschusst werden. Förderungen in aufeinander folgenden Jahren sind möglich. Die Entscheidung über die Anträge obliegt Tobias Henkel, dem Direktor der Stiftung, und wird in Abstimmung mit den bearbeitenden Förderern getroffen. Ablehnungen sind relativ selten, da aussichtslose Anträge nach vorherigen Beratungsgesprächen in der Regel nicht mehr schriftlich gestellt werden. Dafür können Anträge regelmäßig in Antragshöhe gefördert werden. Die Vertreter des LaFT-Vorstandes bedanken sich für die Offenheit des Gesprächs und beabsichtigen, den Kontakt auszubauen.


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