Doppelpass – Fonds für Kooperationen im Theater

Nachdem die Kulturstiftung des Bundes bisher insbesondere die Stadttheater mit ihren Programmen Heimspiel (62 Produktionen) und Wanderlust (28 Projekte) gefördert hat, soll im neuen Fonds Doppelpass gezielt die Kooperation von freien Gruppen und festen Tanz- und Theaterhäusern unterstützt werden. Der Fonds hat 4,6 Mio Euro zur Verfügung und startet noch in diesem Jahr.

Die Kulturstiftung des Bundes beabsichtigt mit ihrem Vorhaben, Protagonisten aus Deutschland, aus den freien Szenen und den Theaterinstitutionen, zum Erproben neuer Formen der Zusammenarbeit und künstlerischer Produktion anzuregen und sie bei diesem Vorhaben zu unterstützen. Beide Seiten können von solch einer Kooperation profitieren: Die Theater können den freien Gruppen mehr Aufführungsmöglichkeiten und eine vorteilhafte Infrastruktur mit organisatorischer und künstlerischer Kompetenz garantieren. Die festen Theaterhäuser würden durch die Zusammenarbeit mit freien Gruppen Anschluss an ein künstlerisches Kraftfeld bekommen, das ihren eigenen Ausdrucksformen, Arbeitsmethoden und Themensetzungen neue Akzente verspricht. Die Entwicklung des deutschen Theaters hat in den letzten Jahren gezeigt, dass zahlreiche ästhetische Innovationen – wie etwa die Auseinandersetzung mit der Performance-Kunst oder das Bespielen nicht-theatraler Räume – überwiegend von der freien Tanz- und Theaterszene hervorgebracht worden sind.

Das Kernstück des Fonds Doppelpass bildet ein zweijähriges Residenzprogramm, in dem Akteure aus der freien Szene mit Partnern aus den festen Theaterhäusern über Einzelproduktionen hinaus zusammenarbeiten. Die Förderung beantragen eine freie Gruppe (mindestens drei Personen) und das Haus im Tandem – auf diese Weise soll bereits in der Entstehungsphase der Boden für eine gleichberechtigte Partnerschaft bereitet werden.

Die Kulturstiftung des Bundes plant, 2012 – 2016 bis zu 20 Partnerschaften von künstlerisch herausragenden Akteuren zu ermöglichen. Über die beantragten Residenzen entscheidet der Vorstand der Kulturstiftung des Bundes auf Empfehlung dreier unabhängiger Experten.

Um die Aufführungszahl der erarbeiteten Produktionen zu erhöhen, fördert der Fonds Doppelpass auch die Durchführung von Gastspielen ausgewählter Koproduktionen. Sie sollen über mindestens drei Stationen laufen, eine davon im Ausland.

Der Fonds zielt insgesamt darauf ab, mit dem Residenzprogramm und seiner Einbindung von institutionellen wie nicht-institutionellen Partnern einerseits künstlerische Impulse in der deutschen Theater- und Tanzlandschaft zu setzen und andererseits mit dem Gastspielprogramm die nationale und internationale Vernetzung von freien Gruppen und institutionell geförderten Einrichtungen zu verbessern.

Die Kulturstiftung des Bundes fördert das Programm „Doppelpass – Fonds für Kooperationen im Theater" von 2011 bis 2016 mit 4,6 Millionen Euro.

Nähere Informationen zu den Bewerbungsbedingungen sind ab 1. September 2011 hier zu finden: http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/sparten/buehne_und_bewegung/doppelpass.html



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