COMMEDIA FUTURA

Theater kann wie Kino sein – und vielleicht sogar ein bisschen mehr: Wenn sich die Bildlichkeit der Leinwand mit der Unmittelbarkeit der Bühne zu einem sinnlichen Ganzen verbindet.

Multimediales Bild- und Körpertheater war seit jeher die Domäne von COMMEDIA FUTURA. 1987 ist die freie Theatergruppe in die EISFABRIK in der Südstadt Hannovers eingezogen. Seither ist hier eine Fülle von Stücken entstanden, die mit den räumlichen Eigenheiten des Ortes, mit seiner Kraft und Energie ebenso arbeiten wie mit Licht, Musik und Projektionen. Großangelegte Koproduktionen mit internationalen Künstlern und Choreographen bilden Höhepunkte in der Arbeit von COMMEDIA FUTURA.

Das Theater wird von Wolfgang A. Piontek (Regie) und Peter Piontek (Dramaturgie) geleitet. Zum engeren Kreis gehören die Schauspielerin Monika Matting und der Lichtdesigner Wolfgang Denker sowie der Video-Designer Volker Schreiner und der Musiker Christof Littmann. Das Ensemble rekrutiert sich aus einem Netzwerk internationaler Schauspieler, Tänzer, Bühnen- und KostümbildnerInnen.

„Die Räume sind schon Theater“ (Gabriela Jaskulla im NDR)

Eine Konstante in der Arbeit von COMMEDIA FUTURA ist die Wandelbarkeit. Am Anfang stand das Experiment junger Theatermacher, TänzerInnen und bildender Künstler mit verschiedensten performativen Mitteln, die Auseinandersetzung mit privaten wie kollektiven Mythen. Mit Arbeiten nach Filmthemen hat das Theater in der EISFABRIK seit Ende der 1990er Jahre Modelle für den Umgang mit Filmen auf der Bühne und die Integration von Videos in das Bühnengeschehen geschaffen. Herausragendes habe COMMEDIA FUTURA mit ihren Porträts von “Geistern des 20. Jahrhunderts“ geschaffen, hieß es in der Zeitschrift „Theater der Zeit“ zum 20jährigen Bestehen des Theaters.

In jüngster Zeit hat sich COMMEDIA FUTURA einerseits erneut der Verbindung von Tanz und Theater zugewandt – mit Felix Landerer arbeitet seit 2007 ein ausgewiesener Tänzer und Choreograph in der EISFABRIK. So entstanden in den letzten Jahren regelmäßig abendfüllende Choreographien für COMMEDIA FUTURA und in der EISFABRIK. Andrerseits haben die Theatermacher verstärkt daran gearbeitet, die EISFABRIK nicht nur mit Eigenproduktionen zu bespielen, sondern für andere Gruppen zu öffnen, um das Programm vielfältiger zu gestalten und qualitativ zu heben. Damit ist die EISFABRIK unter der Regie von COMMEDIA FUTURA mehr und mehr zu einer Aufführungs- und Produktionsstätte für niedersächsische, deutsche und internationale Künstler, ein Tanz- und Theaterhaus mit lokaler Verwurzelung und überregionaler Ausstrahlung geworden.

COMMEDIA FUTURA wurde wiederholt zu Festivals und Gastspielen im In- und Ausland eingeladen, u.a. „Waves“ in Vordingborg/Dk, „Junge Hunde“ auf Kampnagel/Hamburg, „Scenekunstfestival“ Arhus/Dk, International Theatre Festival in Tampere/SF, dance&non-verbal theatre festival san vincenti in Zagreb/Kroatien. Das Stück „Andy Warhol. Der Geist des 20. Jahrhunderts“ tourte durch ganz Skandinavien. „Ali – The Greatest“ wurde als niedersächsischer Beitrag im deutschen Pavillon auf der Expo 2000 gezeigt. Die Produktionen von COMMEDIA FUTURA wurden mehrfach für den Preis der Niedersächsischen Lottostiftung nominiert und 1999 für „Lost in Twin Peaks“ mit einem Preis für die beste Darstellerin ausgezeichnet. Die Verleihung des Stadtkulturpreises des Freundeskreises Hannover 1999 unterstreicht die Bedeutung des Theaters in der EISFABRIK für die Stadt Hannover ebenso wie die kontinuierliche Förderung durch die Stadt selbst. Seit 2014 erhält COMMEDIA FUTURA eine Spielstättenförderung für das Theater in der EISFABRIK.

 


Genre: Theater für Erwachsene, Tanz

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