Statusglück und Clownsappeal
Vom Schau- zum Clownspiel: eine Einführung in die Kunst der Statuskomik


Kokettieren. Vergöttern. Ducken. Arschkriechen. Schleimen. Regieren. Führen. Dominieren. Unterwerfen. Groomen. ... Das Repertoire unseres Statusverhaltens ist vielfältig.

In diesem Workshop durchqueren wir mit Herz, Körper und Verstand das Mysterium der Statuskomik und erobern sie als unbedingtes Handwerkszeug fürs Schau- und Clownspiel.
Wir erforschen uns im Rollenpool von Herrschern, Königen, Chefs, Abteilungsleitern, Assistenten, Untergebenen und Dienern, sowie deren weibliche Pendants und finden Antworten auf die Frage: Bist Du eher ein/e Hoch- oder Tiefstatusspieler*in oder schlummern gar beide Talente in Dir?

Wir erlernen, warum die Statusakzeptanz ein unerlässliches Mittel der Darstellung ist, was eine Statuswippe ist und was es mit Statusorchestrierung, Statusflimmern und Statusflexibilität auf sich hat und warum der „Dumme August" so glücklich ist.

Auf geht es!
Wir setzen die freigelegten Spieltalente ein, beleben klassische Clownentrees – Weißclown, Clown und August – und erleben, wie aus dem Statusspiel, unser individueller Clownappeal erblüht.

Es wird gelacht werden!Ein Seminar für Teilnehmer*innen die schon ein wenig Erfahrung im Spiel haben.

Bitte mitbringen:
• Ein Koffer. (Er sollte lieber alt und charaktervoll als chic und modern sein.)
• Eine Kopfbedeckung (die Dir als Clown*in gefallen könnte).

"Der Clownspieler muss sich gegenüber
dem Phänomen Status emanzipieren. Nicht der Status darf ihn
beherrschen, er muss ihn beherrschen." Dieter Bartels

.... Nun wenden wir uns dem nächsten Punkt unseres Clowneinmaleins zu, den ich „Statuskomik" getauft habe. Es geht um die Frage: Welcher Clown hat wenig, welcher mehr und welcher viel mehr zu bestimmen? Es geht um Herrschen, Beherrschtwerden und Unterwerfung, sowie die komischen Verwicklungen, die daraus entstehen. ....

.... Ich prophezeie euch, ab jetzt werdet ihr im Clownspiel nie mehr ohne Status auskommen. Ein paar Tipps. Spielt nicht verbissen. Amüsiert euch über das Statusgebaren eurer Figur. Vermeidet krampfhafte Rangeleien, in denen es keinen Raum für Leichtigkeit gibt. Und ganz wichtig: Der Status des Clowns ist nicht der Status des Spielers und umgekehrt. Je nach Spielsituation, Szene und Gruppe haben wir manchmal einen hohen und manchmal einen niedrigen Status. ....

...Status gibt es überall. Ob wir uns nun dessen bewusst sind oder nicht, wir neigen von Natur aus dazu, unsere Mitmenschen in eine Rangordnung zu bringen. ...... Aus dem Abstand betrachtet ergibt das menschliche Statusverhalten ein tragikomisches Bild. Es scheint, als seien wir ein Leben lang auf der manchmal verzweifelten Jagd nach gesellschaftlichem Status, als seien wir geradezu süchtig nach gesellschaftlicher Anerkennung. ...

... Zur gelungenen clownesken Statusdarstellung gehört wieder das positive Fundament auf dem das Clownspiel stattfinden kann. Statuskämpfe können zwar böse, blutrünstig- und brutal in Szene gesetzt werden, wie wir es z.B. aus einem wunderbar mit Statuskämpfen prall gefüllten Stück wie Macbeth kennen. Die Zuschauer sind an solch bitteren, hasserfüllten Rangeleien, die bis zum Mord führen allezeit interessiert und wenn es gut inszeniert ist ebenso ergriffen davon. Im Clowntheater jedoch wollen wir uns über Statuskämpfe amüsieren. Wir Zuschauer sind dankbar, wenn die schwierigen Kapriolen, die das Statusverhalten in unserem Leben verursacht, auf einfache und unterhaltsame Weise illustriert und dargestellt werden. ....

Textauszüge aus Dieter Bartels „Das Clowntheater 1 x 1"



Empfehlen: