Freies Theater in der Oldenburgischen Landschaft


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Theater Wrede

Im Zentrum Oldenburgs hat das theater wrede seine Spielstätte. Seit Oktober 2009 tragen Theater und Spielstätte in der Klävemannstraße im Bahnhofsviertel den Namen theater wrede +. Geleitet wird das Theater, das bereits seit 1985 besteht, von Winfried Wrede und Marga Koop. Seit 2000 sind sie mit ihren Theaterarbeiten für Erwachsene, Kinder und Jugendliche fest in der Rosenstraße installiert.

Das theater wrede ist eine Forschungsstation. Erforscht werden neue Theaterformen, Räume, Seelenlandschaften, die Perzeption des Menschen. Das wichtigste Instrument in diesem Forschungsprozess ist die Musik. Sie erhält in den Theaterproduktionen des theater wrede einen außergewöhnlichen Stellenwert. Musik nicht als Soundtrack oder Ersatzsurrogat für den Theatertext, sondern Musik im Sinne ihrer ursprünglichen Definition: als Gestaltung von akustischen Ereignissen. Und, darüber hinaus, als Gestaltung von Raumklang, Körperklang und Textklang. ›Komponiertes Theater‹, das konzeptionell aus den Überlegungen eines auditiven Theaters hervorgegangen ist, nennen die Theatermacher in der Rosenstraße ihre Arbeiten.

In ihren Produktionen verweben sie Musik, Schauspiel, Video, Raum, Klang und Bewegung zu einer Gesamtkomposition. Die Musik allerdings behält ihren herausragenden Stellenwert. ›Theatrale Musikalität‹ ist das Interpretationsplateau aller anderen theatralen Elemente. So wird der Theatertext wie eine Partitur gelesen und auf seine rhythmische Struktur hin untersucht und angelegt. Der Schauspieler ist mehr als ›Textträger‹. Er ist Körper, Bewegung, Stimme, Schritte, Atem, Stille – Körperklang. Gleiches gilt für den Spielraum, der für jede Produktion auf die gewünschte Resonanzwirkung hin konzeptioniert wird.

Das Ziel der Forschungsstation theater wrede ist der Mensch. Jede Art von Innovation hat das Ziel, den Zuschauer in seiner Gesamtstruktur als Mensch, mit allen seinen Sinnen, für das Theatererlebnis zu sensibilisieren, ihn empfänglich zu machen, um alte Sehgewohnheiten aufzulösen und neue Perspektiven zu öffnen. Weg vom reinen ›Augentheater‹, hin zu einer musikalisch-sinnlichen Spielform.

Zwei Theaterproduktionen werden pro Spielzeit mit einem festen Team von freien Mitarbeitern sowie Gästen realisiert. Zum Team des theater wrede gehören u. a. Roy Spahn (Bühnenbild), Jürgen Salzmann (Videoinstallation), Danielle Füglistaller und Ylva Jangsell (Tanz/Performance), Gustavo Fialko (Tanz), Eva Kölling, Marga Koop, Ina Maria Jaich, Julia Schatz, Dietmar Rüttiger (Schauspiel), Alex Goretzki (Musik), Winfried Wrede, Gudrun Lellek, Ulrike Czermak (Regie). Neben den Vorstellungen im eigenen Haus ist das theater wrede national und international auf Gastspiel, organisiert internationale Festivals in der Rosenstraße und unterhält eine fruchtbare Partnerschaft mit dem Citadeltheatre in Edmonton (Kanada).


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