Diskurse zum Digitalen & Analogen

Am 28. Mai 2020 sprachen Geschäftsführerin Martina von Bargen und Jonas Vietzke (Vorstand LaFT/Theater an der Glocksee) im Rahmen der Kooperation des LaFT mit der digitalen Corona-Edition des Kinder- und Jugendtheaterfestivals HART AM WIND 2020 über das Thema "Was kostet Kunst im Digitalen". Inspiriert durch das Online-Gespräch hat Jonas Vietzke seine Erfahrungen und Beweggründe aus der künstlerischen Arbeit mit digitalen Räumen hier für Sie aufgeschrieben – als Zeugnis aus einer Zeit der Freien Theater im Ausnahmezustand, aber auch als eindrückliches Anschauungsmaterial für kulturpolitische Forderungen nach angepassten Förderstrukturen in Niedersachsen.

Am 11.Mai, also noch mitten im LockDown, startete das Theater an der Glocksee nach einer Zeit der digitalen Try Outs als erstes freies Theater des Landes wieder mit analogen Aufführungen. Das Jahresprojekt „Plantkingdom.Fremde Welten“, welches die Pflanzen zum Thema hat, gab in diversen Formaten und Teilprojekten ein Beispiel dafür, wie auch in der Pandemie analoges Theater möglich ist.

Die Zeitgenossenschaft der freien Szene – ihr kooperatives, forschendes und interdisziplinäres Arbeiten – hat dazu geführt, dass Freie Theater schon frühzeitig die Digitalität in ihren Theaterproduktionen verarbeitet haben. Mit ihrer langen Geschichte von Ästhetiken können sie gerade jetzt Anstöße geben, die digitale Gesellschaftsbewegung souverän zu gestalten und die "Neuerfindungen" der Digitalisierung kritisch zu begleiten.

Mit einem Mix aus Online-Premieren, Hinter-den-Kulissen-Berichten und partizipativen Vermittlungsangeboten reagieren die Freien Theater in Niedersachsen kreativ und kritisch auf die aktuelle Lage. Sie experimentieren mit Formaten und denken öffentlich über die negativen Auswirkungen von digitalen Räumen und das Zusammenwirken von Digitalem und Analogem nach.