Tag der Freien Theater in Niedersachsen - Wir feiern 30 Jahre LaFT am Freitag, den 5. November 2021 - digital!


Nach 30 Jahren Verbandsarbeit der Freien Theater in Niedersachsen, 114 Freien Mitgliedsgruppen, 3 Feiertagen weniger pro Jahr als Bayern, 1,5 Jahren Ausnahmezustand, Spielstättenförderung 2021, viel Applaus und nach wie vor zu wenig finanzieller Sicherheit, ist der Zeitpunkt gekommen: Am 05. November rufen wir den Tag der Freien Theater Niedersachsen aus!

Der Landesverband Freier Theater Niedersachsen, die Stiftung Leben & Umwelt/ Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen und weitere Wegbegleiter*innen schaffen Tatsachen und etablieren einen neuen Jahrestag. Wie die Bundeszentrale für politische Bildung erklärt, werden „Gedenktage und Jubiläen (...) mitunter zum Anlass genommen, bestehende politische Ordnungen zu bestätigen und zu stabilisieren“. Wir sehen eine deutliche Leerstelle in der bestehenden politischen Ordnung, die den freien darstellenden Künsten nach wie vor nicht die Stabilität ermöglicht, die ihnen auf Grund ihrer gesellschaftlichen Funktion zugesprochen werden müsste. Diese Leerstelle wird nun gefüllt.

Jedes Jahr zum 05. November werden wir die freien darstellenden Künste als das würdigen, was sie sind: demokratiebildende Begegnungsräume, in denen ästhetische Erfahrungen gesammelt, soziale Interaktionen erprobt und Bilder unserer Welt erzählt und gespiegelt werden.

Online Veranstaltung auf zoom!

Teilnahme über: https://us02web.zoom.us/j/83211207834
                           Meeting-ID: 832 1120 7834
                           Kenncode: 051121

Die Veranstaltung wird aufgezeichnet!

 

Programmübersicht:

10:00 Uhr - 10:45 Uhr

Ausrufung des „Tag der Freien Theater Niedersachsen“

10:45 Uhr -12:00 Uhr

How about (post)pandemische Theaterästhetik? Künstlerische Reaktionen auf die Pandemie

 

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19.30 Uhr - 20:00 Uhr

Happy Birthday, LaFT!

20:00 Uhr - 21:30 Uhr

30 Jahre LaFT – Visionen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zur Weiterentwicklung der Förderstruktur in Niedersachsen

 

Link zur Anmeldung

 

Programmbeschreibung: 

How about (post)pandemische Theaterästhetik? Künstlerische Reaktionen auf die Pandemie

Unausweichlich haben alle Theaterschaffenden die unmittelbaren Konsequenzen der Pandemie zu spüren bekommen. Vorstellungen wurden abgesagt, Häuser geschlossen, Überbrückungshilfen und Stipendien ausgeschrieben, beantragt und künstlerisch pandemiekonforme Formate erprobt. Die Theaterschaffenden mussten schnell auf die neue Situation reagieren und einen Umgang mit ihr finden – und zwar auch einen künstlerischen. Nach 1,5 Jahren Pandemie, einigen Experimenten und enormen Kraftanstrengungen wollen wir die Ausrufung des „Tag der Freien Theater Niedersachsen“ nutzen, um innezuhalten und gemeinsam die Veränderungen in den Blick zu nehmen. Was passiert mit dem Theater, das sich als Kunstform wie keine andere auf die Notwendigkeit der präsentischen Begegnung beruft, wenn es plötzlich auf genau diese verzichten muss? Was bedeuten die Herausforderungen der Pandemie für den Kontakt zum Publikum, für das Miteinander und die gesellschaftliche Funktion von Theater? Welche Veränderungen, neben den konkreten und situativen Reaktionen auf die Pandemie, deuten sich im Denken von Theaterkünstler:innen an? Welche Spuren haben die letzten 1,5 Jahre im künstlerisch konzeptionellen Denken von niedersächsischen freien Theatermachenden hinterlassen und was bedeutet das für das Selbstverständnis von Theater?

Es diskutieren: Jonas Vietzke oder Lena Kußmann (Theater an der Glocksee), Thomas Matschoss (Jahrmarkttheater), Marleen Wolter (Frl. Wunder AG)

Moderation: Anne Bonfert (Stiftung Leben & Umwelt/Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen)

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30 Jahre LaFT – Visionen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zur Weiterentwicklung der Förderstruktur in Niedersachsen

Im Sommer 1991 trafen sich 23 niedersächsische Theatermacher*innen in den Räumlichkeiten der theaterwerkstatt Hannover, um den Landesverband Freier Theater in Niedersachsen zu gründen. 30 Jahre später, mit seiner Geschäftsstelle in der Lister Meile 27, stützt sich die Interessenvertretung auf 114 Freie Mitgliedstheater aller Sparten. Der LaFT ist aus den kulturpolitischen Diskursen und Beratungsangeboten für die freie Szene Niedersachsens nicht mehr wegzudenken und macht die aus Eigeninitiative entstandenen Freien Theater – soziale Räume im gesamten Flächenland – überregional sichtbar.

Am Vormittag stand die Frage im Fokus, wie Freie Theater künstlerisch mit der Pandemiesituation umgegangen sind. Nun wollen wir uns den Entwicklungen der Förderstruktur in Niedersachsen widmen: Welche Wünsche wurden auch nach 30 Jahren noch nicht erfüllt? Auf welche Fragen nach sozialer Absicherung hat die Coronakrise „wie ein Brennglas“ mögliche Antworten geliefert? Und was ist daraus für (post)pandemische Theaterförderung in Niedersachsen zu schlussfolgern?

Auf dem digitalen Podium teilen Freie Theater mit Vertreter*innen aus (Kultur)politik, Fördereinrichtungen und Interessenvertretungen auf Landes- und Bundesebene ihre Visionen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der freien darstellenden Künstler*innen in Niedersachsen. Herzlichen Glückwunsch, LaFT!

Es diskutieren: Martina von Bargen (Geschäftsführung LaFT), Holger Bergmann (Geschäftsführer Fonds Darstellende Künste), Nina de la chevallerie (boat people projekt), Kirsten Haß (Geschäftsführerin des LaFT 1996-2006, Verwaltungsdirektorin und Mitglied des Vorstands der Kulturstiftung des Bundes), Manuela Hörr (Vorstand im LaFT und Theater R.A.M.), Hannah Jacob (Geschäftsführung LaFT), Daniela Koß (Stiftung Niedersachsen), Helge-Björn Meyer (Geschäftsführung Bundesverband Freie Darstellende Künste), Matthias Möhle (MdL, SPD), Christoph Plett (MdL, CDU), Florian Rzepkowski (Figurentheater Osnabrück).

Moderation: Thomas Kaestle (freier Kulturjournalist)

Eine Aktion vom Landesverband Freier Theater in Niedersachsen e.V. und der Stiftung Leben & Umwelt/ Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen.


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