Theater Persephone

Das Hildesheimer Theater Persephone wurde 2015 von Reiner Müller gegründet und ist eine Gruppe freier Theaterschaffender mit wechselnder Besetzung. Die gleichzeitig Licht- und Schattenwelt verkörpernde Persephone ist eine Figur aus „Airswimming“, der ersten Produktion des Theaters Persephone, und bezieht sich auf die Sagen um die griechischen Göttin, die von Hades in die Unterwelt entführt wurde und dort die Hälfte ihrer Zeit verbringen muss. Das Theater Persephone wirft Licht auf die Schattenseiten der Welt und die Menschen, die darin leben. Mit experimentellen, unbekannten Texten – Stückentwicklungen, Uraufführungen, deutschsprachigen Erstaufführungen oder Textmontagen – entstehen in Austausch aller Beteiligten außergewöhnliche Theatererlebnisse, die Impulse zu aktuellen Themen erzeugen. Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Produktionen liegt auf dem Blick von unerhörten, die Welt anders wahrnehmenden, anders seienden oder sich anders fühlenden Menschen. Das Schreien und Flüstern der Vergessenen und Unsichtbaren will ans Licht gebracht und hörbar gemacht werden. Grenzen zwischen Verrücktem und Normalem, gesellschaftlicher Peripherie und Zentrum, Fremdem und Eigenem werden hinterfragt, verschoben, aufgelöst und neu gezogen.

Das Theater Persephone entwickelt sowohl Stücke für Erwachsene, als auch für Kinder und Jugendliche. Nach der deutschen Erstaufführung von „Airswimming“ im Theaterhaus Hildesheim (2016, Thema Zwangspsychiatrie) feierte die Uraufführung des Kinderstückes „Die Abenteuer des hässlichen Entleins“ (2017, Thema Ausgrenzung) Premiere. Es folgten das Kinderstück „Die Welt der wilden Wesen“ (2017, Thema Schattenwelt), eine Collage aus Sagen aus dem Harz, das partizipative Projekt „Schāhnāme – Das Buch der Könige“ (2018, ein Stück für Jugendliche und Erwachsene mit drei Schauspielerinnen und drei geflüchteten jungen Männern aus Afghanistan), das Kinderstück „Vom Wasser des Lebens“ (2019), das sich mit dem Thema Depression auseinandersetzte und zuletzt das Jugendstück „Brief an den Vater – Texte von Franz Kafka“ (2020, Thema Familienterror).



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